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Interdisziplinäres Denken II

Einige Erkenntnisse, die wir aus Helmholtz' Lebenslauf gewinnen können, sind in den Aktivitäten oder Regelungen unserer Schule wiederzufinden: 
So hat sich eine neu gegründete Fachgruppe Naturwissenschaftliche Wettbewerbe gebildet, die die Grenzen des jeweiligen naturwissenschaftlichen Faches bewusst überschreiten will. 
In der Erprobungsstufe lassen wir den Kindern zwei Jahre Zeit für ihre Entwicklung und die Anpassung an die Leistungsanforderungen des Gymnasiums. Den Lehrern gewährt dieser Zeitraum die nötige Ruhe für die pädagogische Begleitung und Beobachtung des Kindes.

Interdisziplinäres Denken
"Eine der höchsten, das Wesen der Lebenskraft selbst unmittelbar betreffenden Fragen der Physiologie, nämlich die, ob das Leben der organischen Körper die Wirkung sei einer eigenen sich stets aus sich selbst erzeugenden, zweckmässig wirkenden Kraft. oder das Resultat der auch in der leblosen Natur thätigen Kräfte, nur eigenthümlich modifiziert durch die Art ihres Zusammenwirkens..." (H: von Helmholtzt: Über den Stoffverbrauch bei der Muskelaction)
sei, war die Frage, der sich der frischgebackene Excadronchirurgus Helmholtz 1843 zuwandte. Die sogenannte "Lebenskraft" - Theorie, die eine allen Lebewesen eigene Lebenskraft behauptete, beherrschte weitgehend das wissenschaftliche Denken seiner Zeit, auch die des berühmten Chemikers Justus von Liebig. Helmholtz widerlegte die Theorie durch physiologische Experimente.
Und kam so durch interdisziplinäre Arbeit zu neuen Ergebnissen.
Durch Experimente an Fröschen wies er nach, dass die ihnen durch einen Induktionsapparat zugeführte Energie in den Muskeln selbst zu einer Steigerung der Wärme führte, dass also das Prinzip von der Constanz des Kraftäquivalents bei Erregung einer Naturkraft durch ein andere zutrifft. Er bewies diese Erkenntnis durch eine Menge anderer Experimente, mit der er die bereits existierende Idee wissenschaftlich überzeugend machte.

Zeit für die geistige Entwicklung geben
Nach dem Besuch einer zweijährigen Volksschule trat Hermann Helmholtz 1830 in das Potsdamer Gymnasium ein, in dem auch sein Vater lehrte. Der Beginn der schulischen Laufbahn von Helmholtz vollzog sich keineswegs kontinuierlich glänzend.
Er fand erst im Laufe der Schulzeit zu den ihm eigenen Stärken und Begabungen. Im Abiturzeugnis ist seine Lösung der mathematischen Aufgabe mit dem Kommentar versehen:
"Die Behandlung sämtlicher Aufgaben zeugt von großer Klarheit und Festigkeit des Verfassers in den Elementen der Mathematik. Die wenigen Fehler, welche sich eingeschlichen haben, sind entweder bloße Schreibfehler, oder doch unbedeutend. Die Arbeit ist ausgezeichnet." (aus der Korrektur des Mathematiklehrers Prof. Meyer)