Hilfsnavigation

HGH Logo HGH Schüler Ausschnitt Schulansichten HGH (7)

Schulleiterin

Schulleiterin Barbara Krieger Bild1

 

Barbara Krieger



Kommissarischer stellvertretender Schulleiter

Heinz Geißler


Interview mit HGH-Schulleiterin Frau Krieger

Das Interview führten:
Noemi Flanz, Tatjana Flöck, Ava Koenzen, Sejla Pulo und Rona Sengün (Jahrgangsstufe 9)

Warum sind Sie Lehrerin geworden?

Frau Krieger: Weil ich gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeite und schon seit meiner Jugendzeit Gruppen geleitet und Freizeiten organisiert habe. Außerdem kann ich mich sehr für die Mathematik begeistern. Als Lehrerin kann ich meine Begeisterung für die Mathematik und die Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen miteinander verbinden. Die Begeisterung, die ich für Mathe habe, möchte ich auch gerne auf euch Schülerinnen und Schüler übertragen und euch ein bisschen zur Mathematik hinlocken. Der Beruf der Lehrerin ist der schönste, den ich mir vorstellen kann.

Sind Sie selbst gern zur Schule gegangen?
Was hat Ihnen während Ihrer eigenen Schulzeit gefallen?


Frau Krieger: In die Grundschule bin ich sehr gerne gegangen. Ich hatte eine ganz tolle Grundschullehrerin. Sie war jung, kam gerade frisch aus dem Referendariat und verwendete für unsere Zeit modernere Unterrichtsformen. Sie versuchte, uns eigenständig mit dem Lernstoff arbeiten zu lassen und war ganz anders als die anderen. Diese Lehrerin behandelte uns sehr liebevoll und mit Respekt.
Am Gymnasium gab es mehrere Angst einflößende Lehrerinnen und Lehrer – in Latein, kann ich mich erinnern, hatte ich so jemanden, das mochte ich gar nicht. Ob ich gut lernen konnte, hing bei mir stark davon ab, wie die Lehrer mit mir umgegangen sind.
Wenn ich jetzt auf die heutige Schulstruktur schaue, dann stelle ich fest, dass ihr deutlich mehr Möglichkeiten habt als wir damals. Damals gab es vielleicht eine Theater-AG und das war‘s. Heute gibt es vielfältige Angebote – zum Beispiel im Differenzierungsbereich: Spanisch, Technik oder Informatik.

Was haben Sie beruflich gemacht, bevor Sie ans HGH gekommen sind?

Frau Krieger: Ich habe in Köln Mathematik studiert und zuerst das Diplom – nicht das Staatsexamen für das Lehramt - gemacht. Weil ich dann aber in den Schuldienst gehen wollte, studierte ich noch Pädagogik als zweites Fach und konnte die Referendarzeit in Wuppertal absolvieren. Nach dem zweiten Staatsexamen war ich gut 15 Jahre lang in Dormagen am Leibniz-Gymnasium Lehrerin und davon die letzten acht Jahre als stellvertretende Schulleiterin tätig. Jetzt bin ich bei euch am HGH Schulleiterin. Nachdem ich Lehrerin wurde, bin ich sehr schnell in die Erstellung des Stundenplanes und in die Schulverwaltung ‚reingerutscht‘. Während meiner Zeit an der Universität – nach dem Mathe-Diplom – habe ich fast fünf Jahre lang Grundschullehrerinnen und -lehrer in Mathematik ausgebildet und das hat mich natürlich auch sehr geprägt für meinen Matheunterricht. Diese pädagogisch orientierten Ansätze und die bunten Tafelbilder, die mir in Dormagen immer nachgesagt wurden, kommen auch ein bisschen aus der Auseinandersetzung mit der Grundschuldidaktik. Dort versucht man noch stärker, die Dinge greifbarer und etwas anschaulicher nahezubringen. Dies ist seitdem immer noch mein Anliegen.
Das zweite Studium der Pädagogik habe ich mir selber finanzieren müssen. Mein Vater sagte zu mir: "Wir haben dir ein Studium finanziert, das zweite kannst du dir jetzt selber verdienen." Das fand ich aber vollkommen in Ordnung! Denn es war auch ein gutes Gefühl für sich selbst sorgen zu können. Durch die eben beschriebene Assistententätigkeit in der Mathematikdidaktik habe ich sehr viel für meine späteren Tätigkeiten in der Schule lernen können.
Noch etwas fand ich im Rückblick ganz gut. Während des Mathematikstudiums habe ich viel Nachhilfe gegeben und bin samstagsmorgens immer mit einer Blumenhändlerin auf den Markt gefahren und habe Blumensträuße gebunden und verkauft. Das war auch sehr bereichernd.

Gab es Ereignisse in Ihrer Schultätigkeit, an die Sie sich gerne erinnern?

Frau Krieger: Positive Erlebnisse gab es natürlich sehr viele, sogar sehr verblüffende. Ich kann mich immer sehr freuen, wenn Kinder und Jugendliche sich mit Mathematik auseinandersetzen und dabei ungewöhnlich kreative Lösungswege finden. Dabei denke ich oft an ein lustiges Ereignis. Es gab eine Matheaufgabe aus einem alten Buch und ich habe diese Aufgabe nichtsahnend in einer fünften Klasse gestellt. Das Buch stammte aus der Zeit vor der Wiedervereinigung Deutschlands 1989. Angegeben war die Gesamtzahl von Einwohnern in Berlin und wie viele davon in Ostberlin leben. Die Frage lautete, wie viele also in Westberlin leben. Daraufhin stand der kleine Hendrik vor mir, der ganz pfiffig war: "Frau Krieger, ich weiß nicht ganz genau, ob ich das so richtig gemacht habe, aber ich habe die Gesamtzahl genommen, hab die Zahl von Ostberlin abgezogen und dann hab ich das Er-gebnis durch drei geteilt." Ich dachte, wieso teilt er das durch drei? – Er erklärte mir, dass es noch Westberlin, Nordberlin und Südberlin gibt. Und da ist mir aufgefallen, dass er die Trennung zwischen Ost- und Westberlin gar nicht kannte. Er hat mit seinem Wissen noch Norden und Süden dazugenommen und hat das dann durch drei geteilt. Gemeinsam haben wir dann die Aufgabenstellung geklärt und wir hatten beide etwas gelernt. Über so etwas kann ich mich freuen.

Was gefällt Ihnen an unserer Schule besonders?

Frau Krieger: Insgesamt bin ich total nett aufgenommen worden.
Was mir hier besonders gefällt, ist das innere Klima, der Umgang miteinander, das Respektvolle und dass man mit jeder Frage ernst genommen wird, auch unter den Kolleginnen und Kollegen. Das finde ich hier schon faszinierend. Dieser wertschätzende, respektvolle Umgang miteinander.

Mögen Sie sich selber in der Rolle als Schulleiterin vorstellen?

Frau Krieger: Es ist für mich nicht so, dass ich sage „Ich muss unbedingt Schulleiterin sein!“. Die Rolle der Chefin ist mir eigentlich gar nicht so wichtig. Schulleiterin zu sein, ist für mich eine Möglichkeit zu gestalten, im Sinne der Kinder und Jugendlichen. Diese Schule so aufzustellen und etwas in die Wege zu leiten, dass man aus dieser tollen Schule eine noch tollere Schule machen kann. Ich bin der Überzeugung, dass eine stetige Weiterentwicklung von Schule unerlässlich ist. Dabei ist es mir wichtig, dass man sich gegenseitig Impulse für positive Entwicklungen gibt und auch die Schülerinnen und Schüler dabei mit im Boot sind. Ich erwarte auch, dass alle Beteiligten nicht zu ihren eigenen Vorteilen agieren, sondern immer das ganze System im Blick haben. Viele Dinge haben einfach Effekte auf andere Arbeitsfelder, die manchmal nicht unmittelbar zu sehen sind. Ich verstehe meine Rolle auch wesentlich darin, darauf immer wieder hinzuweisen. Und letztlich müssen alle Entwicklungen danach hinterfragt werden, welche echten Vorteile ihr, die Schülerinnen und Schüler, davon habt.
In meinem beruflichen Feld schätze ich mich selbst so ein, dass ich verantwortungsbewusst bin, aber manchmal auch ein bisschen ungeduldig. Bei der Verabschiedung von Herrn Tries hat jemand gesagt, dass Schule ein großes Boot ist, was behutsam auf Kurs gehalten werden muss. Gemeint ist damit, dass Schulentwicklungsprozesse nicht schnell durchgeführt werden können – das braucht Zeit. Und ich glaube, ich tue mich schwer damit, das nötige Maß an Geduld aufzubringen. Mir ist das aber bewusst und deshalb habe ich gelernt, damit umzugehen. Ich habe auch für das HGH schon ein paar Ideen und Vorschläge für die weitere Entwicklung. Das muss aber systematisch geschehen.

Was erhoffen Sie sich für unsere Schule in der Zukunft?

Frau Krieger: Das HGH soll eine Schule sein, zu der Kinder und Jugendliche gerne gehen, weil sie sich unterstützt, angenommen und optimal gefördert und auch gefordert fühlen. Der Bildungsanspruch sollte hoch sein, damit ihr gut auf die Zeit nach der Schule vorbereitet werdet. Es sollte aber auch niemand zurückgelassen werden – wer mal Schwierigkeiten hat, sollte in der Schule Unterstützung finden. Ich möchte den Erziehungsauftrag auch ernst nehmen. Der Anspruch, junge Menschen zu einer Haltung der sozialen Verantwortung auszubilden, ist für mich keine hohle Phrase.
Eltern sollen Vertrauen haben, dass ihre Kinder an dieser Schule gut aufgehoben sind und Bildung und Erziehung gemeinsam bestmöglich gelingt. Das HGH soll in der Öffentlichkeit als eine gute Schule wahrgenommen werden und jeder Konkurrenz im Umfeld standhalten können. Auch das ist nicht trivial. Dazu gehört ein angemessen einladendes äußeres Erscheinungsbild und ein offenes, zugewandtes Auftreten aller Akteure der Schule nach innen und nach außen. Ich habe in meiner bisherigen Schule sehr deutlich erlebt, dass diese Anstrengungen äußerst lohnenswert sind.

Möchten Sie etwas über Ihr Privatleben berichten?

Frau Krieger: Ich lebe mit meinem Mann in Langenfeld. Ich habe viele Interessen. Gerne bin ich in der Natur unterwegs, deswegen fahren wir auch in die Toskana in diese schöne Hügellandschaft, in der man wandern kann und die schöne Kultur genießen kann. Das ist immer eine Phase, wo ich zur Ruhe komme und lesen kann. Das kann ich so in der Schulzeit nicht so oft, wie ich das eigentlich möchte.
Ich war schon mehrfach in Kanada. Dieses Land liebe ich sehr wegen seiner überwältigenden Natur.
Als Schülerin hatte ich die Leistungskurse Mathematik und Kunst, weil ich auch eine sehr kreative Seite in mir habe. Ich gestalte gerne Dinge ästhetisch. Dazu gehören Blumen, ich male gerne und ma-che gerne Musik. In Kanada gibt es übrigens eine total interessante Musikszene, die ich dort kennengelernt habe und hier immer wieder genieße. Zudem koche ich auch sehr gerne zusammen mit Freunden.

Was gehört für Sie zu einem guten Schulklima?

Frau Krieger: Ganz wichtig ist ein respektvoller Umgang aller untereinander, egal wer das ist. Ob es der Hausmeister ist, die Schülerinnen und Schüler, die Lehrer und Lehrerinnen oder die Sekretärinnen – dass man sich auf Augenhöhe und respektvoll begegnet, mit echter Wertschätzung. Dabei ist es wichtig, die Rolle des jeweils anderen zu verstehen und zu respektieren.
Womit ich nur sehr schwer umgehen kann, ist, wenn jemand etwas gesagt oder getan hat, und sich andere Menschen dann ausdenken, was dahinterstecken könnte. So entstehen Unterstellungen, die keinerlei Grundlage haben und für das Schulklima schädlich sind. Ich finde es immer sehr wichtig, nachzufragen, wenn man Sorge hat, dass irgendwas falsch angekommen ist. Und dann kann alles gut geklärt werden.
Wichtig ist mir das gegenseitige Vertrauen, dass wir alle unsere Arbeit mit der gleichen Motivation machen, nämlich Kinder und Jugendliche bestmöglich zu bilden und zu erziehen. Dass dabei Zuge-ständnisse, Kompromisse und Bereitschaft zu Vereinbarungen gehören, sollte allen Beteiligten klar sein.

Was macht für Sie einen guten Lehrer bzw. eine gute Lehrerin aus?

Frau Krieger: Die positive Einstellung zu euch Schülerinnen und Schülern ist mir ganz wichtig. Als gute Lehrerinnen bzw. Lehrer muss man gerne mit Kindern und Jugendlichen umgehen. Kinder und Jugendliche haben aber auch ein Recht darauf, liebevoll ihre Grenzen aufgezeigt zu bekommen. Ein guter Lehrer, eine gute Lehrerin muss eine Begeisterung für die eigenen Fächer haben, ist auch intrinsisch motiviert, euch etwas beizubringen. Gute Lehrerinnen und Lehrer sind fachlich gut, haben eine methodische Vielfalt und schauen auch immer, wie ihr Schülerinnen und Schüler mit dem Unter-richt klarkommt. Sie holen sich Feedback von euch und bessern dann mal nach und setzen sich damit auseinander, anstatt alles einfach nur abzuspulen. Sie schauen selbstkritisch auf ihr eigenes Tun und sind stets bemüht, ihre Arbeit in der professionellen Zusammenarbeit mit anderen Lehrerinnen und Lehrern zu verbessern.

Was erwarten Sie von uns Schülerinnen und Schülern?

Frau Krieger: Ich erwarte, dass ihr euch einbringt und dass ihr die Verantwortung für euch selber und für den Lernprozess mit übernehmt. Und dass ihr die Möglichkeiten und Potentiale, die ihr in euch habt, auch selber entdeckt und ausschöpft. Ihr sollt euch anstrengen, sowohl beim Lernen, als auch bei euren Bemühungen, mit anderen Menschen sozial verantwortlich und hilfsbereit umzugehen. Ihr dürft erwarten, dass euch die Lehrerinnen und Lehrer helfen. Eure Haltung darf aber nicht sein: ‚Bespaßt mich mal!‘, sondern dass ihr die Angebote für euch selber nutzt und euch anschaut, was euch interessiert und dann auch ernsthaft damit auseinandersetzt.
Bleibt neugierig, fragt nach, bringt euch ein!

Wenn Sie völlig freie Wahl hätten, Schule zu gestalten (also Geld, sonstige Mittel), was würden Sie realisieren (grundsätzlich und hier am HGH)?

Frau Krieger: Ich würde die Schule nach pädagogischen Prinzipien neu bauen und dabei ganz viel natürliches Grün einbringen. Klassenräume müssten flexibel angelegt sein, z. B. mit Nebenräumen, wo Differenzierungsmaßnahmen stattfinden können und umfangreiche Materialien für euch stehen. Ihr könntet dann in bestimmten Phasen selbstbestimmt lernen – wie in der Freiarbeit (mir gefällt übrigens der pädagogische Ansatz von Maria Montessori). Ich würde die Schule mit noch mehr ansprechendem Lernmaterial bestücken und auch Computer und ganz viel neue Technologie aus dem Bildungsbereich wären dabei. Ich würde im Ganztag versuchen, die Musikschule einzubringen und auch die Sportvereine, so dass ihr euren Hobbies dann auch in der Schule nachgehen könntet – und nicht erst nach der Schule. In anderen Ländern ist das so üblich und gehört nach meiner Auffassung in eine Ganztagsschule.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass man das ästhetische Erscheinungsbild der Schule weiter entwickelt, z. B. hin zu einem einheitlichen Farbkonzept. Bei mir ist es so, dass ich, wenn ich in einen Raum gehe, gleich denke, hier fühle ich mich wohl und dann kann auch besser arbeiten. Das geht vermutlich vielen Menschen so. Man kann auch das HGH noch ein bisschen netter machen. Und wenn es am Geld mangelt, dann versuchen wir das vielleicht in Eigeninitiative.
Unser Schulhof ist schon recht schön, aber auch hier könnte man noch Verbesserungsmöglichkeiten benennen.

Gibt es noch etwas, was Sie den Schülerinnen und Schülern oder der Schulgemeinde mitteilen möchten?

Frau Krieger: Ja, ich träume immer davon, dass die SV so richtig stark und aktiv wird. Demokratische Mitwirkung soll nach meiner Auffassung in der Schule auf hohem Niveau, das heißt für mich: nach klaren Regeln, mit klarer Rollenverteilung und mit gegenseitigem Vertrauen, stattfinden. Auch das bekommt man nicht umsonst, sondern daran muss gearbeitet werden. Und da seid ihr ja hier auch schon die richtigen Ansprechpartner. Unsere Welt ändert sich schnell und wir müssen uns mit ihr ändern. Diese Aufgabe müssen wir gemeinsam angehen. Auch wenn ich nun diese Schule leiten soll, so kann ich die Vielfalt der Aufgaben sicher nicht alleine bewältigen. Ich wünsche mir das Vertrauen der Schülerinnen und Schüler, der Elternschaft und der Lehrerinnen und Lehrer, dass ich diese mir übertragene große Verantwortung mit den mir zur Verfügung stehenden Kräften tragen werde. Es werden sicher auch unbequeme Entscheidungen getroffen werden müssen. In meiner Rolle muss ich in ganz besonderer Weise die Schule als systemische Ganzheit betrachten. Diesen systemischen Blick – mit dem Verständnis dafür, was jedes Handeln für andere Beteiligte auslöst und bedeutet – ist meines Erachtens ganz wichtig und ich wünsche mir von allen hier, dass sie diesen Blick ebenfalls einnehmen können. Ich bin ganz optimistisch, dass wir mit einem professionellen Verständnis unserer Arbeit das HGH gemeinsam in eine positive Zukunft führen werden.

 

Ehemaliger kommissarischer Schulleiter

Schulleiter kommissarisch Michael Tries

Michael Tries wurde zum Ende des Schuljahres 2015/16 mit schönen Feierlichkeiten und Aktivitäten von der ganzen Schulgemeinde verabschiedet. Wir wünschen ihm alles Gute für den Ruhestand!