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Freiarbeit

Freiarbeit ist eine Unterrichtsform, die von der italienischen Ärztin und Pädagogin Maria Montessori entwickelt wurde. Montessori geht davon aus, dass das Kind selbst weiß, was für es am besten ist. Kinder haben nach Montessori besonders sensible Phasen, in denen sie sich für bestimmte Lernangebote deutlicher interessieren. Dementsprechend dürfen sie sich selbst aussuchen, womit sie sich beschäftigen. Der Lehrer hat dafür zu sorgen, dass ein Angebot an Materialien vorhanden ist, auf das der Schüler zurückgreifen kann. Der Schüler entscheidet sich dann für ein Thema, damit für ein Angebot aus dem Materialfundus, das seinem Interesse und seinem Lernbedürfnis entspricht. Freiarbeit gehört demnach zu den offenen Unterrichtsformen, wie auch bspw. Stationen lernen oder Projektarbeit.
 
Freiarbeitsraum2Das Helmholtz-Gymnasium führt Freiarbeit in einer modifizierten Form seit 1998 durch, die unserer Aufgabe der gymnasialen Wissensvermittlung gerecht wird. Wir bieten jetzt zwei Stunden Freiarbeit wöchentlich in allen unseren fünften Klassen an. Arbeitsunterlagen und Übungsmaterial, das den Schülern zur Auswahl zur Verfügung gestellt wird, gehört hauptsächlich zum Stoff gymnasialer Kernfächer wie Deutsch, Mathematik, Englisch. Auch Themen aus dem Erdkunde-, Geschichts- und Biologieunterricht können gewählt werden. Das Material ist zum großen Teil von den Lehrern, die sich auf den Freiarbeitsunterricht spezialisiert haben, selbst erstellt worden, oder es stammt aus Verlagen, die Freiarbeitsmaterial anbieten. Spielerische Angebote ergänzen das fachgebundene Material. Diese Form der Freiarbeit nennt sich fachgebundene Freiarbeit.
Wie wird die Durchführung der Freiarbeit an unserer Schule gestaltet? Der Lehrer kommt mit einem kleinen Wagen in den Klassenraum, auf dem sich das für die jeweiligen Freiarbeitsstunden ausgewählte Material befindet. Die Auswahl wurde vorher im optimalen Fall mit den Hauptfachlehrern abgestimmt. Den Schülern wird diese Auswahl vorgestellt, diese wählen schnell und arbeiten dann allein, in Partner- oder in Gruppenarbeit an ihrem selbst ausgewählten Lernmaterial. Da das Material meist so beschaffen ist, dass der Schüler die Lösung selbst finden und überprüfen kann (in Mathematik beispielsweise durch ein Bild, das sich bei richtiger Lösung ergeben muss) kommt er häufig ohne die Hilfe des Lehrers aus. Im Übrigen gilt der Leitspruch der Freiarbeit:
Hilf mir, es selbst zu tun!

Die Arbeitsblätter, die korrigiert werden müssen, nimmt der Lehrer zur Korrektur mit nach Hause und gibt sie in der nächsten Stunde zurück. Das gesamte bearbeitete Material muss, soweit es sich um Arbeitsblätter handelt, in einem Ordner abgeheftet werden. Die Teilnahme, Auswahl und abgeschlossene Bearbeitung wird durch ein Protokoll dokumentiert, das vom Lehrer abgezeichnet wird und im Ordner des Kindes bleiben soll. Auf dem Zeugnis wird die Art der Mitarbeit an der Freiarbeit durch eine beurteilende Formulierung bestätigt.
Dieses Unterrichtskonzept fördert vor allem die Kompetenzen der Schüler: Die Fachkompetenz durch die Zunahme der Kenntnisse, die Sozialkompetenz durch die freie Wahl der Lernpartner und die Methodenkompetenz, da auf unterschiedliche methodische Angebote eine selbstständige Antwort gefunden werden muss.
Die freie Wahl der Lernpartner ist ein wesentlicher Grund für die Beliebtheit der Freiarbeit bei Schülern und Lehrern, denn sie ermöglicht gerade für die Fünftklässler sich gegenseitig besser kennen zu lernen und dient so der Integration in die neu gebildete Klassengemeinschaft.