Am Beispiel des Erdöl-Pipelineprojekts Tschad/Kamerun
Das Beispiel der Ölförderung im Tschad erzählt eine spannende Geschichte. Sie handelt von Menschen, die sich für eine sozial- und umweltverträgliche Ölförderung eingesetzt haben und weiter einsetzen. Erdölproduktion in Afrika führte bisher immer zu Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Zementierung diktatorischer Machtverhältnisse.
Die Gruppe amnesty international Hilden-Haan zeigt in einer Ausstellung in der Stadtbücherei Hilden Bilder, Materialien und Dokumente, die die Arbeitsgruppe „Erdölprojekt Tschad / Kamerun“ zusammengestellt hat. Diese Arbeitsgruppe ist ein Forum von Menschenrechtsgruppen, Umweltschützern, Globalisierungskritikern und entwicklungspolitischen Gruppen. Gemeinsam spielen sie ihre jeweiligen Fähigkeiten zum Wohl des gemeinsamen Zieles aus – eine gerechtere Welt, in der etwas nachhaltiger gewirtschaftet wird.
Die Ausstellung beschreibt die Situation im Tschad, wo im bisher größten privatwirtschaftlichen Projekt südlich der Sahara 4,3 Milliarden US-Dollar investiert werden um geschätzte eine Milliarde Barrel Öl zu fördern. Die Weltbank als Financier verspricht sich davon eine Verbesserung der Armutssituation. Doch zunächst fließt das Geld in eine gigantische Infrastruktur einer 1.000 km Pipeline durch den Regenwald, 300 Bohrlöchern, Pumpstationen und u.a. ein Flughafen, der ausschließlich für das Projekt bestimmt ist. Während für das Erdölprojekt alles technisch möglich ist, wird gleichzeitig der Bevölkerung die Lebensgrundlage entzogen.
Während sich sowohl Entwicklungshelfer wie auch Amnesty International um die Verbesserung der mehr als desolaten Menschenrechtssituation und der Lebensbedingungen kümmern, fallen die Bohrtrupps wie eine Invasion vom Mars in die traditionell geprägte Landschaft im Herzen Afrikas ein, fern vom nächsten Krankenhaus und Telefon.
Die Arbeitsgruppe setzt sich vor Ort im Tschad dafür ein, dass die Bevölkerung Nutznießer statt Opfer der Ölproduktion wird. Die Ausstellung dokumentiert ihre Arbeit und zeigt die Lebenssituation der betroffenen Menschen im Tschad.
Weitere Informationen:
www.erdoel-tschad.de
Eröffnet wurde die Ausstellung am 25.08.2006 um 18.30 Uhr durch Bürgermeister Günter Scheib.
Anwesend war auch der Journalist Martin Zint, Tschad-Experte und Koordinator der Arbeitsgruppe „Erdölprojekt Tschad / Kamerun“. Er berichtete von den dortigen Aktivitäten und aktuellen Ereignissen.
Den Rahmen gestaltete Joe Kiki aus Togo mit seinen Liedern, mit denen er eine musikalische Brücke von Afrika nach Europa schlägt.
www.joekiki.de
Ausstellung „Gewalt überwinden“
25.08. – 16.09.2006
ai Gruppe Hilden-Haan in der Stadtbücherei Hilden