Hilfsnavigation

HGHLogo weiß HGH Schüler Ausschnitt Schulansichten HGH (7)

Ersatztermin für Lutz Görner am 13.12.2008

Da die ursprünglich für den 11.Oktober 2008 vorgesehene Veranstaltung mit Lutz Görner „Wilhelm Busch trifft Charles Bukowski“ aufgrund widriger Umstände und höherer Gewalt nicht zustande kam, wird Lutz Görner, führender deutscher Rezitator, am 13. Dezember 2008, 19.30 Uhr mit seinem Programm im Heinrich-Strangmeier-Saal, Altes Helmholtz, Gerresheimer Straße 20, Hilden gastieren. Die bereits für den 11.10.08 erworbenen Eintrittskarten behalten Gültigkeit.

Lutz Görner

Dass sich Busch und Bukowski in Lutz Görners neuem Programm treffen, liegt daran, dass er sich nahezu gleichzeitig mit beiden beschäftigt hat und ihm dadurch ihre vielen Gemeinsamkeiten aufgefallen sind. Ihre problematische Kindheit und Jugend, ihre Schwierigkeiten mit den Eltern, ihre daraus resultierenden Minderwertigkeitskomplexe, ihr Nicht-wissen-was-tun als junge Erwachsene, ihre drückende Armut, ihr spätes Erkennen der künstlerischen Berufung als fast 40-Jährige, ihr kometenhafter Aufstieg, begleitet allerdings von Vorurteilen. Bei Busch hieß es, er sei Kinderbuchautor, bei Bukowski, er sei Pornograf. Beide hatten Probleme mit Frauen, waren wie Waldelefanten scheue, sensible Einzelgänger und haben beide zu viele der legalen Drogen zu sich genommen. Busch hat neben exzessivem Alkoholkonsum schließlich drei Nikotinvergiftungen überlebt, d.h. war jeweils ein halbes Jahr krank und auf der Kippe, bei Bukowski platzten neben seinem exzessiven Tabakkonsum Magengeschwüre wegen seines Alkoholkonsums und es waren 16 Liter fremdes Blut nötig, um ihn zu retten. Dennoch sind beide über 70 Jahre alt geworden, lebten gegen Ende ruhig und zurückgezogen und sind hochgeehrt und durch gigantische Buchauflagen bedingt als Millionäre gestorben. Der eine durch seine Bildergeschichten, der andere durch seine Romane. In Lutz Görners Programm stehen die Gedichte im Vordergrund, die besser als alles andere das Innere dieser beiden großen Künstler offenlegen.

Lutz Görner bekam im Alter von 29 Jahren, nach einer 11-jährigen, umfassenden theoretischen und praktischen Ausbildung in ganz verschiedenen Berufen und Theatertypen, zufällig Heinrich Heines "Harzreise" in die Hand, las anschließend innerhalb von drei Monaten das Gesamtwerk des Dichters und war fasziniert. Seine Einschätzung, dass die Zeit für eine Wiederentdeckung Heines reif sei, bestätigte sich bald: Erste Auftritte in einem kleinen Schwabinger Theater (Mit dem Heine-Programm „Die Menschen sind keine Esel“) machten ihn fast über Nacht zum gefragten Rezitator und ließen ihn seine Theaterarbeit mitten in der laufenden Spielzeit kündigen. Turbulente Zeiten mit bis zu 250 Auftritten im Jahr folgten. Görner organisierte seine Gastspiele selbst, klebte sogar eigenhändig Plakate und fand noch Zeit, eine Gesangsausbildung zu absolvieren. Von Anfang an wurden seine Programme durch Bücher, Schallplatten und Kassetten dokumentiert, die mittlerweile in Millionenauflagen vorliegen.

Lutz Görners Aufstieg zum führenden Rezitator deutscher Sprache kam nicht von ungefähr. In seiner Person verbinden sich schauspielerische und didaktische Begabung mit umfassender Bühnenerfahrung und der Gründlichkeit eines Forschers, der bis zu drei Jahren an die Vorbereitung eines einzigen Programms investiert.

Eintrittskarten zum Preis von 18 € sind bei der Ticketzentrale in der Stadtbücherei, Nove-Mesto-Platz 3, Telefon: 02103 / 973747, zu den bekannten Geschäftszeiten, sowie œ Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse erhältlich.

Eine Veranstaltung des Kulturamtes der Stadt Hilden.