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WOMEN IN JAZZ

Jazz schlägt's dreizehn: "Die Zahl 13 ist eine ungerade, natürliche, positive Zahl. In vielen Kulturen ist sie 'die' Glückszahl und genau unter dem guten Stern der Glückszahl 13 stehen in diesem  Jahr die Hildener Jazztage," betont Peter Baumgärtner, der künstlerische Leiter des Festivals.

„ Women in Jazz“: Unter diesem Titel bieten die Veranstalter vom 20. bis zum 25. Mai ein breites Spektrum des nationalen und internationalen Jazz, in dessen Mittelpunkt Musikerinnen stehen. "Von der Beobachtung ausgehend, dass Musikerinnen im Jazz immer noch unterrepräsentiert sind, möchten wir der Frauenpower eine Plattform bieten", erklärt Peter Baumgärtner und verspricht für 2008 "Seele, Sinnlichkeit und Stimmkraft", typische Kennzeichen von Jazzmusikerinnen.

Die 13. Hildener Jazztage starten am 20. Mai um 20.00 Uhr mit dem Konzert der deutschen Gitarristin Susan Weinert  und ihrem Akustik-Trio im Kunstraum-Gewerbepark-Süd an der Hofstraße 64. Durch rastlose Konzerttätigkeit mit weit mehr als 2500 Auftritten hat sich die Musikerin einen festen Platz in der internationalen Liga führender Gitarristen erspielt. Ihr kraftvoller Stil, ihre virtuose Saitentechnik und ihre anspruchsvollen, innovativen Kompositionen lassen überall auf der Welt begeisterte Fans und staunende Kritiker zurück. Neun weltweit veröffentlichte Alben hat sie bereits unter ihrem eigenen Namen herausgebracht. Im kongenialen Trio mit Ehemann Martin Weinert am Kontrabass und dem bekanntesten Drummer der deutschen HipHop Szene Dirk „drumdidi“ Leibenguth, der bereits mit Popgrößen wie Curse und Xavier Naidoo auf der Bühne stand,  begibt sich Susan Weinert auf eine Reise durch magische Klanglandschaften mit chilligen Beats und hohem Jazzfaktor.

Am Mittwoch, dem 21. Mai, heißt es bei QQ TEC an der Forststrasse 73 ab 20 Uhr Two Generations of Singers - 44 Jahre Altersunterschied und ein Maximum an Kommunikation.  (Ort noch nicht festgelegt). Sheila Jordan, 79-jährige Jazz-Legende aus New York, eine der größten Sängerinnen der Bebop Ära, und  die Kölnerin Sabine Kühlich, Jazzsängerin, Komponistin, Texterin und leidenschaftliche Bossa-Nova-Saxophonistin, präsentieren  Eigenkompositionen von Swing bis Bebop sowie arrangierte Jazzstandards voll Esprit und Humor. Die Zeit schrieb über Sheila Jordan: „Sie lebt die Texte wie kaum eine andere Sängerin.“ Stefan Michalke am Klavier und Stefan Werni am Bass begleiten die Ladies.  Special Guest: Klaus Osterloh - Trompeter der WDR Big Band:

Am Donnerstag, dem 22. Mai, trumpfen Karolina Strassmayer, die Saxophonistin der WDR Big Band, und ihr Quartett  sowie die Vokalistin Cécile Verny samt Band im weitläufigen  Park des Wohnstifts "Haus Horst" ab 15 Uhr - bei hoffentlich strahlendem Sonnenschein - auf. Seit 2004 ist Karolina Strassmayer festes Ensemble-Mitglied der weltweit gerühmten WDR Big Band. Bei Konzerten und Aufnahmen mit Künstlern wie Chico Hamilton, dem Duke Ellington Orchestra, dem Vienna Art Orchestra, Phil Woods, Herbie Mann, Jeff Hamilton u.a. erwarb sich die Saxophonistin ein beachtliches Renommee in den USA und in Europa.

"Leidenschaftlich, ehrlich, echt, charmant, humorvoll" - so beschreiben Fans und Journalisten die Auftritte des Cécile Verny Quartets. Seit zwanzig Jahren begeistern die afrikanisch-französische Sängerin aus Freiburg und ihre hochkarätig besetzte Band besonders das Live-Publikum mit ihrem swingenden Mix aus Jazz, Poesie und afrikanischen Grooves. “Wo schwingt keine Liebe?", fragt sich und uns Cecile Verny, als sie auf ihr liebstes Songthema angesprochen wird.  “Egal ob man keine Beziehung mehr haben will oder zu viele hatte oder glücklich in einer ist; Gefühle und Liebe - sie werden immer da sein." Konsequent hat sie ihr neues Album “Amoureuse" betitelt. "In diesen direkten Nachfolger von 'The Bitter And The Sweet', für das es im letzten Jahr sogar den 'Preis der deutschen Schallplattenkritik' gab, verliebt man sich schon beim Titelsong, der mit seinen coolen E-Piano-Akkorden, dem fegenden Rhythmus und der melancholisch-schönen Melodie überzeugt," schwärmt Baumgärtner und fügt hinzu:  "Es ist eine Jazzband zum Verlieben."

Um 19.30 Uhr versprüht der erfolgreichste Export  des deutschen Jazz, die Hammond Organistin Barbara Dennerlein, ihren  musikalischen Charme in der Reformationskirche am Alten Markt. Sie erhielt zahlreiche Jazz Awards und den Preis der deutschen Schallplattenkritik. Ihre CD "Take Off" erreichte Platz 1 der Jazz-Charts. Barbara Dennerlein gehört zum Kreis der deutschen Künstler mit internationaler Reputation. Zahlreiche Rundfunk- und Fernsehauftritte dokumentieren ihre großen internationalen Erfolge.

Ab 21.00 Uhr heißt es im Alten  Güterbahnhof  „IT´S GROOVE  TIME“:

Die polnische Gitarrenlady  Krzysia Gorniak, die zu den interessantesten Vertreterinnen der polnischen Jazzszene zählt, präsentiert groovige Musik mit Funk- und Blueseinflüssen.

Am Freitag, dem 23. Mai, gastiert um 20 Uhr in der Stadtbücherei, Nove Mesto Platz 1, die Saxophonistin Meike Goosmann mit Ihrem Quintett. Begleitet wird sie am Klavier von Julia Hülsmann, von Jeanfrançois Prins an der Gitarre und am Schlagzeug von Uli Moritz. Die Kritik meint  dazu: „Uli Moritz ist der subtilste, geschmackvollste und sensibelste Schlagzeuger der Berliner Jazzszene; ein Melodiker vor dem Herrn, der ein seltenes Gespür für die Vibrations der World-Music (...) hat“. Ab 22.00 Uhr heißt es im Hotel am Stadtpark „Blue Note Special“. Zum zweiten Mal mischt die  "Blue Monday Konzertreihe“ des Gitarristen und Bandleader   Axel Fischbacher bei den Hildener Jazztagen mit. Diesmal treffen zwei Musikerinnen aufeinander, die zum ersten Mal miteinander musizieren: Annie Whitehead – Posaune, Karoline Höfler – Kontrabass. Begleitet werden die beiden von  Christoph Hillmann an den Drums und A.Fischbacher, Gitarre.

Am Samstag , dem 24. Mai, spielen am Tag der offenen Tür des Gewerbepark–Süd , Hofstraße 64,  zwei ausschließlich mit Musikerinnen besetzte Bands auf. Alice in Dixieland bietet Musik aus unterschiedlichen Stilperioden: Überraschender A Capella Gesang a la Andrews Sisters wechselt mit spritzigen, geschmackvollen Bläsersätzen und inspirierenden Soli. Die energiegeladene und professionelle Performance dieser Sechs-Frauen-Band wird sowohl die Hörer als auch das tanzfreudige Publikum zu begeistern wissen. Die zweite Band an diesem Nachmittag ist das  MISS JONES ORCHESTRA, das die Tradition der Frauenbigbands der 30er und 40er Jahre weiterführt. Die Musikerinnen lassen die Atmosphäre der großen Ballrooms und Nightclubs aufleben und versetzen das Publikum zurück in die Zeit, in der Swing "King" war. Das Repertoire der Band reicht von Tanznummern bis zu bluesigen Balladen, der Sound wird geprägt durch souligen Gesang, mitreißende Soli, ausgefeilte Bläsersätze und eine groovende Rhythmusgruppe.

Am Samstagabend findet ab 20 Uhr in der Stadthalle „The International Jazznight“ statt.  Den Auftakt  macht die weltbekannte Percussionistin und Komponistin Marilyn Mazur mit ihren Mitmusikern  Anders Jormin am Bass und Per Jørgensen, Trompete und Gesang. (WDR Mitschnitt)

Ausgebildet wurde Marilyn Mazur an der Royal Danish Academy of Music, größtenteils hat sie aber ihre Perkussionsinstrumente im Selbststudium erlernt, inspiriert von Musik aus der ganzen Welt. 1983 erhielt sie  den Ben Webster Preis und gründetet ein Jazz-Quartett mit Saxophonist Uffe Markussen. Sie begann ihre ganz persönliche Form der musikalischen Kommunikation zu entwickeln, mit verschiedenen, größtenteils europäischen Künstlern. Sie war u.a.auf Welttournee mit dem Wayne Shorter Quintet und arbeitete intensiv mit Miles Davis zusammen.

Als Komponistin erhielt  Marilyn Mazur ein lebenslanges Stipendium der Danish National Art Foundation (Dänische Nationale Kunststiftung). Zahlreiche andere Organisationen würdigten sie mit Preisen und Stipendien.

1989 beschloss Marilyn Mazur, die Miles Davis Band zu verlassen, um sich mehr auf ihre eigene Musik und konzeptionelle Arbeit, und auf FUTURE SONG, ihr 7-köpfiges internationales Orchester, zu konzentrieren. 

1991 wurde sie Mitglied der Jan Garbarek Group, mit der sie immer noch tourt.
Hier folgen weitere Beispiele ihrer vielfältigen Aktivitäten:

Bei der Expo 2000 in Hannover trat sie sowohl solo als auch mit Band auf. Im gleichen Jahr erhielt sie ein Residenzstipendium in Bologna. 2001 erhielt sie den  Jazzparprize. 1989, 90, 95, 97, 98 und 2002 wurde Marilyn Mazur von der Kritikerumfrage der amerikanischen Musikzeitschrift DOWN BEAT zum "percussion talent deserving wider recognition"  gewählt.

Mit ihren verschiedenen Bands - u. a. mit dem neugegründeten Trio mit Per Jørgensen and Anders Jormin - tourt sie regelmäßig durch Europa.

2007  bekam sie den norwegischen "Telenor Culture Award". Die mit rund 32 000 Euro dotierte Auszeichnung erhielt Marilyn Mazur wegen ihrer künstlerischen Verdienste, ihrer "außergewöhnlichen Arbeit als Musikerin" und ihrer Verbundenheit mit der skandinavischen Kultur.

Der zweite Topact dieses Abends ist das Konzert der schwedischen Vokalistin  Rigmor Gustafsson ( sponsored by   ) mit ihrer Band. (Jonas Östholm – Piano, Christian Spering – Bass, Jonas Holgersson – Drums)

Die eigene Welt der Rigmor Gustafsson ist eine, in der sich der Hörer auf Anhieb heimisch fühlen kann. Ihre Stücke haben allesamt die Eleganz von Klassikern – so unterschiedlich sie in der Klangsprache auch sein mögen. Kerniger Soulblues-Touch, Reminiszenzen an die kompositorische Virtuosität der reiferen Joni Mitchell sowie subtile Anlehnungen etwa an die Klangwelt von Burt Bacharach und Michel Legrand sind die verschiedenen Farben in ihrem Repertoire. Ergreifende Balladen und finessenreich groovende Stücke ergänzen ihr Programm, zu dem auch ein ungemein zarter Song in ihrer Muttersprache („Medan du väntar) gehört. Rigmor Gustafssons intime Briefe an den Hörer gehen um so näher, als die Sängerin hier ein Quartett höchster Güte im Rücken hat.

Es folgt: The Terri Lyne Carrington  GROUP  feat. Geri Allen (WDR Mitschnitt)

 (sponsored by  ) aus den USA.  Weltberühmte Schlagzeugerin, Komponistin, Produzentin und Clinician - Terri Lyne Carrington ist seit über 20 Jahren als  herausragende Persönlichkeit im Business bekannt. Ihr erstes Album als Bandleader Real Life Story, an dem Carlos Santana, Patrice Rushen, John Scofield, Grover Washington Jr. und Gerald Albright mitwirkten, wurde für den Grammy nominiert. In der Folgezeit arbeitete sie hauptsächlich als Komponistin und Produzentin u.a. mit Gino Vannelli, Dianne Reeves, Siedah Garrett, Marilyn Scott und den dänischen Popsängern Stig Rossen und Monique; die von Terri produzierte Dianne-Reeves-CD That Day blieb monatelang in den Top Charts.

Zu Geri Allen:

In den früher 80ern avancierte die Pianistin Geri Allen durch ihre Zusammenarbeit u.a. mit Steve Coleman, Dewey Redman, Charlie Haden und Paul Motian schnell zu einer einflußreichen Musikerin in der New Yorker Jazzszene. Stilistisch bewegt sie sich zwischen Bebop, Hard Bop und Free Jazz, doch zeigt ihr Spiel immer eine tiefe Verwurzelung mit dem Blues. Allen schreibt Stücke mit lebendigen, prägnanten Themen, die sie mit den für sie typischen, dissonanten Harmonien und Spielräumen versieht. Ihr Pianospiel ist durchweg pointiert, unberechenbar, risikofreudig und beeindruckend - sie setzt ihre musikalischen Ideen mit Präzision durch. "Musik war immer meine Bestimmung, meine Lebensziel, meine Mission."

Besetzung: TRC, dr / Geri Allen, piano/ Tineke Postma, sax.  Hogyu Hwang , bass

Um 15 Uhr gibt es am Sonntag, dem 25. Mai, im Gewebepark-Süd: Frauenpower pur: WitchCraft, laut Pressezitaten die "erfolgreichste Frauenjazzband Europas",

präsentieren Latin Grooves, Pop- und Funkelemente, Crossovers zur Klassik und brasilianischen Musik, Lounge Grooves und soulige Balladen. Im Vordergrund steht der markante Gesang von Angela Frontera, Brasilien, und Lindy Huppertsberg, Deutschland.

Danach heizen Jazminas, eine multinationale, "almost female" besetzte Band, mit afro-cubanischer Salsa ein. In ihrem Programm "corazon cubano"  bestechen sie durch eine mitreißende Bühnenshow und sorgen für Partylaune und heiße Rhythmen, die in die Beine gehen.

Um 18 Uhr tritt in der Galerie Koenzen "The ITS Jazz Band featuring Dian Pratiwi" auf. Um 18.30 Uhr gibt sich das neue Heike Beckmann Trio im Wilhelm Fabry Museum die Ehre.

"Musik ist dann gut, wenn sie gut ist." Auf diesen Nenner lassen sich die musikalischen Fähigkeiten von Heike Beckmann bringen. Sicher und geschmackvoll weiß sie mit ein paar gezielten Handstrichen den jeweiligen Ton zu treffen. Begleitet wird sie von dem Schlagzeuger Peter Baumgärtner, künstlerischer Leiter des Festivals, und dem Bassisten Konstantin Wienstroer. In dieser Besetzung spürt man ihre große Leidenschaft für den Jazz. Den Zuhörer erwartet ein Konzert von zurückhaltender Klangschönheit.

Programmänderungen vorbehalten