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„Das Leben, wie es als ewiger Gegensatz dem Geiste und der Kunst gegenübersteht“ – das ist grob umrissen der leitmotivische Gedanke, der Thomas Manns frühe Novelle „Tonio Kröger“ zusammenhält. Achtundzwanzig Jahre war er alt, der spätere Nobelpreisträger, als er seinen eigenen „Werther“ schrieb (so hat der alte Herr im Rückblick den literarischen Geniestreich genannt), und es gibt nur ganz wenige Texte der Weltliteratur, in denen das schwer verdauliche Thema mit so viel schwärmender Überredung, so viel Wortartistik und blitzender Unverfrorenheit dargestellt wurde. Peter Welk, der auch schon an den vergangenen vier „Hildener Tete-a-Tetes“ als Interpret beteiligt war, wird den „Tonio Kröger“ in repräsentativen Ausschnitten vorstellen. Musikalisch kontrapunktiert von Professor Ludger Maxsein, der Stücke des späten Franz Liszt spielen wird und Klavierfantasien des Liszt-Bewunderers und ersten modernen und multimedial denkenden Komponisten Alexander Skrjabin, der von einem „ewigen Kunstwerk“ träumte, das er so lange aufführen wollte, bis es „die gesamte Menschheit“ erlebt hatte. Ergänzend zu Literatur und Musik, und als Rahmenprogramm in lockerer Fortsetzung gedacht, wird beim 5. Hildener
Tete-a-Tete eine Fotoserie „Künstlerbilder“ in einer ersten Präsentation zu sehen sein: Marion Reckow-Memmert startet ihre Porträtreihe mit Impressionen zum Hildener Maler und Bildhauer Willy L. Bitter, dem langjährigen Wegbegleiter der Stadtbücherei, in der er seit der Eröffnung mit Werken präsent ist. Jacques’ Wein-Depot lädt die Besucher zu einem Glas Wein ein und rundet so den stimmungsvollen Sonntagnachmittag ab.

5. Hildener Tete-a-Tete, Literatur und Musik:
„Wo alles sich durch Glück beweist“
Sonntag, 24. September ’06, 17 Uhr
Stadtbücherei Hilden, Nove-Mesto-Platz 3
Eintrittspreis (Glas Wein inklusive) 10 Euro