|
Unter der kurzen französischen Herrschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts bildete Hilden zusammen mit dem heute zu Düsseldorf gehörenden Eller eine "Samtgemeinde", zeitweise auch verbunden mit Benrath. Seit der Eingliederung des Rheinlandes in das Königreich Preußen nahm Hilden, das um 1800 nur wenig mehr als 2.000 Einwohner zählte, einen rasanten Aufstieg. Auf dem Weg von der Gemeinde zur Stadt ist die erste Apotheke (1823), eine Post, die ersten Laternen zur Straßenbeleuchtung (1852) und eine Sparkasse (1855) nur einige Stationen. Im Zuge der Industrialisierung wurden zunächst die Textilindustrie, dann die Metallverarbeitung und schließlich die Lederfabrikation wichtige Wirtschaftszweige. Nach der Stadterhebung durch König Wilhelm von Preußen 1861 setzte sich die schnelle Entwicklung fort. Eisenbahnanschluss und Wasserversorgung durch ein Wasserwerk 1899 und elektrische Stromversorgung durch das RWE 1907 sind einige weitere hervorzuhebende Ereignisse. Ein eigenes Stadtwappen erhielt Hilden 1900, im gleichen Jahr wie das erste Rathaus. |
Wäre nicht die Reichspogromnacht, könnte man sagen, die Zeit des Nationalsozialismus mit Propaganda, Verhaftung politischer Gegner, Gleichschaltung, Unterdrückung und Verfolgung von Minderheiten, Krieg, Zwangsarbeit und Tod sei in Hilden nicht anders verlaufen, als in den meisten anderen Städten.
Jedoch zogen in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 nationalsozialistische Schlägertrupps durch die Stadt, ermordeten jüdische Mitbürger, demolierten Wohnungseinrichtungen und Geschäfte. In Relation zur Einwohnerzahl gab es reichsweit in Hilden die meisten Toten in oder als Folge der Pogromnacht, ein trauriger Rekord. |