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21-03-12 Niebeling 001Johannes- Passion  „ Es wäre gut, dass ein Mensch würde umbracht für das Volk“

Film von Hugo Niebeling in der Reformationskirche

Im Rahmen der Reihe „Kunst um ½  7“ findet am 21.03.12, 18.30 Uhr in der Reformationskirche  –kurz vor der Passionswoche-  die Aufführung des mehrfach preisgekrönten Films  des in Hilden lebenden Regisseurs und Filmemacher Hugo Niebeling statt.

Hugo Niebeling gilt als einer der bedeutendsten Erneuerer des Industrie-, Musik- und Ballettfilms. Für seine herausragenden Filme erhielt er zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen.  1962 schuf er den Oscar-nominierten und mit zahlreichen Filmpreisen ausgezeichneten Dokumentar- und Industriefilm Alvorala – Aufbruch in Brasilien.  Zahlreiche  preisgekrönte Filme folgten. Seit Anfang der 1970-er Jahre arbeitete er häufig in New York und realisierte dort Ballettfilme zusammen mit dem Choreographen George Balanchine.

Hugo Niebeling erhielt zahlreiche Bundesfilmpreise (1957, 1961, 1963, 1965, 1974 sowie zahlreiche internationale Preise für seine Regieleistung. Seine Verfilmung der Bach’schen „Johannespassion“, die 1990 im Speyerer Dom – nach den Originaltonaufnahmen des Bachdirigenten Karl Richter aus dem Jahr 1964 - verwirklicht wurde, ist seither ein anhaltender Publikumserfolg. Der zweistündige Film wurde seit 1992 über 20 Mal von verschiedenen Fernsehsendern ausgestrahlt und erreichte weit über 2 Millionen Zuschauer.

Auf der musikalischen Basis dieser Schallplatteneinspielung und mit dem romanischen Dom zu Speyer als architektonischen Rahmen geht es Niebeling um eine Vergegenwärtigung und Vermenschlichung der biblischen Geschichte in der Konfrontation von Christus (Christof Quest) und Pontius Pilatus (Klaus Barner). Wie Christus, so wird auch er ein Opfer des aufgebrachten Volkes, der Gewalt der Masse – der eine als Statthalter Gottes, der andere als Repräsentant der irdischen Macht Roms, wobei ihre offenkundige Sympathie, ihr Verständnis füreinander, die Zwänge, denen beide im gleichen Maße unterworfen sind, nur um so rigoroser erscheinen lässt.

„Mit Bach ist die Wiedererweckung der antiken griechischen Tragödie möglich. Sie ist mit diesem Film Wirklichkeit“, so Hugo Niebeling, der sich bereits 2 Jahrzehnte vor der Filmproduktion intensiv mit dieser Thematik befasste und nach einer filmischen Umsetzung suchte.

„Wie in der Tragödie trägt auch der Chor des Films Masken, die aus dem Hoplitenhelm der griechischen Schwerbewaffneten entwickelt wurden. Damit löst sich alles aus dem engen jüdischen Umfeld, wird zum Problem der Menschen generell. Der Chor ist geifernder Pöbel und gläubige Gemeinde zugleich“, so Niebeling weiter.

Im Anschluss an den Film findet ein Publikumsgespräch mit Herrn Hugo Niebeling statt.

Eintrittskarten zum Preis von € 8,00 (ohne Ermäßigungen) sind im Vorverkauf bei der Ticketzentrale Hilden in der Stadtbücherei, Nove-Mesto-Platz 3, sowie ½ Stunde vor Konzertbeginn an der Tageskasse erhältlich.

Die Eintrittskarten sind im gesamten VRR-Bereich als Fahrausweis gültig.

Eine Veranstaltung des Kulturamtes der Stadt Hilden.