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„Kolls letzter Anruf“ in der Stadthalle Hilden

Das Kulturamt präsentiert am Sonntag, 18. November, um 20 Uhr in der Stadthalle Hilden in der Theaterreihe A „Kolls letzter Anruf“, ein Monodrama von Joshua Sobol, einem vielfach international preisgekrönten israelischen Theaterautor der selbst Regie führt.

Kolls letzter Anruf
© Gregory B. Waldis 
Zum Inhalt: Der Anwalt Miki Koll hat nicht nur einen Prozess verloren, sondern – nicht gerade zimperlich in seinen Methoden – zusätzlich wegen Ehrverletzung des Richters eine einjährige Gefängnisstrafe aufgebrummt bekommen. In den letzten Minuten vor dem Haftantritt erreicht ihn auf dem Mobiltelefon ein Anruf, der ihn elektrisiert. Durch neue, sensationelle Beweise scheint die Wiederaufnahme des Verfahrens möglich. Worum ging es? Um einen Korruptionsskandal mit fatalen Folgen. Sein Mandant, ein Wissenschaftler, hatte die lebensbedrohenden Nebenwirkungen eines Medikaments öffentlich gemacht – wurde aber von dem beschuldigten Pharmakonzern ruiniert und in den Selbstmord getrieben. Jetzt erfährt Koll, dass das Medikament vom Markt genommen wird, und dass der Prozess eine Farce war, dessen Ausgang durch illegale Absprachen des beteiligten Chemiegiganten und des Richters, einem Großaktionär des Konzerns, manipuliert war. Unter Hochdruck versucht Koll in der knappen Zeit, bevor sich die Gefängnistore für ein Jahr hinter ihm schließen, eine Wiederaufnahme des Prozesses mit der Witwe des Wissenschaftlers als Anklägerin in die Wege zu leiten. Ob Koll es schafft, seiner Strafe zu entgehen? Ohne es zu verraten: Minutiös getimt wie ein Katastrophenfilm laufen die Telefongespräche unaufhaltsam auf den großen Knall zu.

Mit dem Koll Porträt hat Sobol ein raffiniertes Solo geschrieben, das eigentlich gar keines ist. Indem er die Aktionen seines ständig vom eigenen Zorn überspülten Maulhelden an die hektisch wechselnden Telefon-Partner koppelt, entsteht für den Zuschauer allein aus der Art des Gesprächs eine Galerie holzgeschnitzter Charakterköpfe.

Koll und mit ihm sein Darsteller, der Schweizer Schauspieler Gregory B. Waldis, der vor allem durch die Verkörperung der Hauptrolle Alexander Saalfeld in der ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“ bekannt wurde, zeigen sich als Meister des Überredens, des um den Fingerwickelns, des Schmeichelns, des Triumphierens, der zärtlichen Tonfälle, des Flirtens, der schamlosen Drohungen, der Selbstherabsetzung, des Tröstens und der Derbheiten.

Die Produktion „Kols letzter Anruf“ der Konzertdirektion Landgraf wird die Aufführung des Stückes „Das Interview“ ersetzen. Dieses musste aufgrund einer schweren Erkrankung des Hauptdarstellers leider abgesagt werden.
Eintrittskarten zum Preis von 12 Euro bis 20 Euro sind im Vorverkauf bei der Ticketzentrale in der Stadtbücherei, Nove-Mesto-Platz 3, Tel.: 02103 / 973747, sowie eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse in der Stadthalle Hilden erhältlich. Die Eintrittskarten sind als Kombi-Ticket im VRR-Bereich Süd als Fahrausweis gültig.