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„Höllenkinder“
Autorenlesung mit Iris Schmidt


Am Dienstag, 5. April 2011 stellt Iris Schmidt ab 19.30 Uhr ihren neuen Roman „Höllenkinder“ in der Stadtbücherei vor.

Wenn der kleine Herrmann nachts den Stuhl vor das Dachfenster seiner Kammer rückt und hinaussieht, blickt er auf die hell erleuchtete Kirche auf dem Hügel hoch über der Stadt, die zu glühen scheint, phosphoreszierend, wie von innen heraus leuchtend. Und manchmal, wenn es regnet, glaubt Hermann, es wären die Finger Gottes, die hart und drohend gegen sein Kinderzimmerfenster schlagen, so ein Klang ist das. Dann holt er den Rosenkranz aus der Schublade hervor und lässt ihn durch seine kleinen Finger rieseln, und seine Lippen wispern die Gebete, die ihn die Mutter gelehrt hatte: „Verteidige mich im Kampf gegen die Bosheit und die Nachstellungen vom Teufel, verteidige mich, verteidige mich!“ Nur wenn er tagsüber durch die Wälder streift und die Hügel erklimmt, und dann seinen Blick ausschickt, weit über die Täler und bis zum Horizont, kann er seinen Ängsten für einen Moment entkommen.

Iris SchmidtIris Schmidt, geboren 1967 in Hamm, absolvierte eine Ausbildung zur Industriekauffrau bei Thyssen. Sie unternahm erste literarische Versuche mit dem Schreiben kleiner Parodien und dem Zeichnen mit Kohle und Ölfarbe. Sie studierte Sozialpädagogik in Dortmund, wurde Judotrainerin und arbeitet an Schulen, in der Behinderten- und integrativen Pädagogik. Iris Schmidt lebt in Düsseldorf und Hamm und veröffentlicht zahlreich in Literaturzeitschriften und Anthologien. Für „Höllenkinder“ erhielt sie ein Stipendium der Kunststiftung NRW und ein Stipendium des Landes NRW. 

Der Eintritt beträgt € 5,- (frei mit Itterpass).