Schule - ein Ort des Miteinanders
Schule ist ein Ort des Miteinanders und der Begegnung von Menschen. Schülerinnen und Schüler ebenso wie Lehrerinnen und Lehrer verbringen während einer bestimmten Lebensphase einen großen Teil ihrer Zeit gemeinsam im System Schule. Deshalb haben wir als Schule die Menschen, die sich in der Schule begegnen, also Schüler und Lehrer, ins Zentrum unseres pädagogischen Leitbildes gestellt.
Der Mensch als personale Ganzheit
Wenn schulische Arbeit gelingen soll, dann muss der Mensch mit seinen drei Persönlichkeitselementen Körper, Seele und Geist gesehen und angesprochen werden, bzw. sich einbringen. Der Mensch als personale Ganzheit will und muss sich fortschreitend entwickeln. Dies gilt in besonderer Weise auch für die Schülerinnen und Schüler einer Förderschule mit den Schwerpunkten „Lernen“ und „Soziale und Emotionale Entwicklung“. Geistige Ressourcen sollen kreativ eingebracht und gefördert werden. Das Bedürfnis nach Geborgenheit soll berücksichtigt werden. Bewegungsfreude und der positive Bezug zum eigenen Körper sollen geweckt und unterstützt werden.
Unterricht – viel mehr als Input und Output
Unterricht ist das zentrale Anliegen im System Schule. Doch er kann nach unserem Verständnis nicht vorrangig an der Input-Output-Struktur orientiert sein. Es reicht nicht aus, dass der Lehrer den Stoff aufbereitet und anbietet und die Schüler ihn sich aneignen. Um Schüler bei ihrer Entwicklung hin zu starken Persönlichkeiten zu unterstützen, müssen auch viele Grundlagen für Lernprozesse durch die Schule erst entwickelt werden. Im gesellschaftlichen Umfeld beobachten wir starke Veränderungen. Die sich immer mehr auflösenden sozialen Bezüge betreffen unsere Schüler in erheblichem Umfang. Unverschuldet stecken viele in schwierigsten familiären Strukturen und leiden teilweise unter prekären finanziellen Verhältnissen. Für etliche Schüler ist die Schule der einzige Ort, der Verlässlichkeit und Geborgenheit bietet. Wir sehen uns hierbei in einer großen Verantwortung für das Wohl des ganzen Menschen. Unser Auftrag reicht weit über Unterricht hinaus.
Unsere Schülerinnen und Schüler brauchen viel persönliche Zuwendung und eine feste Verankerung in der Gruppe. Dies geschieht nicht nur im Unterricht, sondern ganz allgemein durch gemeinsames Tun, durch ritualisierte Abläufe und durch Feste und Feiern mit der Klassengemeinschaft und der ganzen Schulgemeinde. So können die Schülerinnen und Schüler ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit entwickeln, das sie zur Ruhe kommen lässt und ihnen persönliche Zufriedenheit gibt.
Auch die Bedürfnisse des kindlichen Körpers müssen angemessen berücksichtigt werden. Gesunde Ernährung und Bewegung sind von zentraler Bedeutung. Der rhythmisch gegliederte Tageslauf, die Förderung einer aktiven Pausengestaltung, der Sport- und Schwimmunterricht und die sportlichen Angebote im AG-Bereich, die Unterrichtsgänge zu außerschulischen Lernorten und nicht zuletzt die vielen kleinen Bewegungspausen zwischen den Lerneinheiten helfen, das kindliche Streben nach Bewegung aufzugreifen bzw. zu aktivieren. Dies schafft die notwendigen Voraussetzungen für eine stabile Gesundheit und auch für geistige Beweglichkeit. Bewegung ist ein elementares inneres und äußeres menschliches Prinzip. Sie ist gleichzeitig Ziel und Voraussetzung von menschlicher Entwicklung.
Neben der Schaffung eines Gefühls der Geborgenheit und der Unterstützung von gesunder Ernährung und Bewegungsfreude ist die Förderung und kreative Entfaltung der kindlichen Ressourcen und Fähigkeiten ein entscheidender Auftrag der Schule. Sich der eigenen Möglichkeiten und Chancen bewusst zu werden und diese weitestgehend auszuschöpfen bei gleichzeitiger Akzeptanz der persönlichen Einschränkungen ist die große Aufgaben, die von unseren Schülerinnen und Schülern geleistet werden muss. Wir als Schule wollen hierbei u.a. durch Unterricht und Schulleben Unterstützung geben. Es geht dabei sowohl um Vermittlung und Erwerb von Wissen, Fertigkeiten und Kompetenzen als auch um die Schaffung von Entfaltungsräumen für Kreativität.
So können Zufriedenheit, Stolz und Authentizität wachsen, trotz möglicher Einschränkungen.
Übergang ins Berufsleben
Unterricht und Wissensvermittlung sind im öffentlichen Bewusstsein die prägenden Elemente von Schule. Aber sie sind weder Selbstzweck noch dürfen sie allein ausgerichtet sein auf die wirtschaftliche Verwertbarkeit und Nützlichkeit unserer Schulabgänger. Sie sollen vielmehr eine gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe in Arbeitswelt und Freizeit ermöglichen und fördern.
Mit großem Engagement widmen wir uns dem Übergang von der Schule ins Berufsleben, besonders in den Klassen 8, 9 und 10. Nicht nur durch spezielle Unterrichtsinhalte, sondern auch durch die Zusammenarbeit mit kompetenten Partnern (z.B. Jugendwerkstatt Hilden, Projekt „SAB“, Bauhof Hilden als Kooperationspartner, Bundesagentur für Arbeit, schulte KG usw.).
In einer Welt mit einem zunehmend inhumaner werdenden Arbeitsmarkt, der nicht mehr jedem einen Arbeitsplatz bietet, hat für uns die Förderung und Entwicklung von jungen Menschen auch einen eigenen Stellenwert in sich.