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Zurzeit gehen ungezählte Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern über die Straßenverhältnisse und einen offenbar mangelnden Schneeräumdienst in Hilden ein. Anwohner und Autofahrer äußern ihr Unverständnis und machen ihrem Unmut Luft.

Die derzeitigen Witterungsverhältnisse stellen den Winterdienst in Hilden vor eine besondere Aufgabenstellung. Wie schon in verschiedenen Medien zu lesen und zu hören war, haben sich die Lieferanten für Streusalz als nicht weiter lieferfähig erklärt und schon bestätigte Bestellungen storniert.

Die Stadt hält seit Jahren ein Salzsilo mit 110 Tonnen Streugut bereit, zuzüglich 25 Tonnen „Sacksalz“ für Handstreudienste. Dies war bis auf den letzten Winter stets ausreichend!
Einschließlich zweier Nachlieferungen von jeweils 25 Tonnen Salz wurden in den ersten 2 Tagen nach Wintereinbruch am 28. November 170 Tonnen auf die Hauptverkehrsstraßen gebracht, um die Befahrbarkeit sicher zu stellen. Seit dem wurde kein Salz mehr an die Stadt Hilden geliefert. Verbliebene Restmengen an Streugut mussten für besondere Gefahrenstellen vorbehalten werden. Der Zentrale Bauhof ist auf das Streuen von abstumpfenden Streustoffen umgestiegen. Auf vielen Straßen in Hilden befindet sich zurzeit eine festgefahrene Schnee- und Eisdecke, die mit Granulat abgestreut ist. So wurden bislang fast 300 Tonnen Granulat und Sand auf die Straße gebracht. Dies hilft bei der festgefahrenen Eisdecke allerdings nur kurzfristig und bedingt.

Eine Räumung der Schnee- und Eisdecke ist wegen der festgefahrenen Eisdecke auf der Fahrbahn nicht möglich! Die Mitarbeiter des Bauhofes haben vergeblich versucht die Eisdecke mit Schneeketten auf den schweren Fahrzeugen zu brechen um anschließend das „Brucheis“ räumen zu können. Dies funktioniert aber nur, wenn das Eis vorab mit Salz aufgeweicht wird.

Aktuell ist heute eine Lieferung mit 20 Tonnen Salz aus Rumänien eingetroffen.

Wir haben die Arbeitszeiten der Mitarbeiter des Winterdienstes ausgeweitet. Wir setzen in diesen Zeiten auch zusätzliche Mitarbeiter ein, die wir aus anderen Bereichen abziehen. Fahrzeuge, die als Notfallreserve für Ausfälle noch vorgehalten wurden (es handelt sich um Fahrzeuge, die eigentlich ausgemustert werden sollten), werden von uns zusätzlich eingesetzt. So wurde kurzfristig entschieden, die Altpapierabfuhr am heutigen Tage auszusetzen und die dafür eingeteilten Mitarbeiter zusätzlich im Winterdienst einzusetzen um die Kollegen zu entlasten. Bislang leisteten die Mitarbeiter rd. 2.500 Stunden im Winterdienst. Wir arbeiten an der Kapazitätsgrenze.

Das Ergebnis unserer Arbeit stellt uns nicht zufrieden. Wir arbeiten weiter dran.

In den Beschwerden wird immer wieder angeführt, dass die Straßenverhältnisse in den umliegenden kreisangehörigen Gemeinden ungleich besser sind. Dies ist richtig. An dieser Stelle muss aber darauf hingewiesen werden, dass die Salzlager ungleich größer sind, so dass dort erst jetzt die Vorräte zur Neige gehen und es problematisch wird.

Nach den Erfahrungen des letzten Winters hatte der Zentrale Bauhof auch eine Vergrößerung des Salzlagers vorgeschlagen. Mit diesen zusätzlichen Salzmengen hätte ein längere Zeit überbrückt werden können. Die Anschaffung eines weiteren Silos hätte mit rund 200.000 Euro zu Buche geschlagen. Vor dem Hintergrund, dass der vergangene Winter recht außergewöhnlich war und nicht davon ausgegangen werden konnte, dass sich solch eine Situation so schnell wiederholt, diese Investition aber zwangsläufig eine Erhöhung der Straßenreinigungsgebühr zur Folge gehabt hätte, hat der Rat der Stadt diese Anschaffung abgelehnt.

Dass dies eine Fehleinschätzung war, ist unumstritten.

20.12.2010